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The Herbst Family's last letter dated May 1942



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A transcript of the above letter:

1942. Mai
Meine Allerliebsten! Ich habe Euch schon vor 14 Tagen eine Karte geschrieben, habet Ihr sie erhalten? Meine Liebsten, ich weiss mir keinen Rat mehr, wir befinden uns in der bittersten Not, kein Geld keine Sachen zum verkaufen, wir sind schon halb verhungert. Ich kä­mfe schon unendlich lange mit mir, ich wollte Euch nichts davon schreiben, aber wie gesagt ich weiss nicht mehr ein und aus. Wir kommen daher mit heissesten Bitten uns zu helfen. Seid mir nicht böse, ich weiss ja genau, dass auch Ihr nichts Überflüssiges habt, trotzdem aber wage ich Euch um Hilfe zu bitten. Vielleicht könntet Ihr durch den Überbringer Geld (Pengö) oder wenigstens Sachen schicken (Strümpfe, Kleid, eventuell Konserven). Wir haben nichts anzuziehen, mein Mann und Kind tragen zerfetzte Anzüge und können bald nicht mehr auf die Strasse hinaus und ich schaue nicht besser aus, kein Kleid und nichts. Ich arbeite jetzt als Arbeiterin in der Textilfabrik in der auch Felek als Buchhalter beschäftigt ist, der Lohn für den ganzen Monat reicht kaum auf 2 Tage aus. Wäre nicht das Kind hätten wir schon längst Schluss gemacht! Ich bitte Euch nochmals helfet ehestens, sonst ist es zu spät. Wir brauchen dringend Geld. Hoffentlich versteht Ihr meine Lage und seid mir nicht böse! Ihr kennt mich doch, ich bin nicht eine von denen die ausnützen, schreibt bitte auch an Selma Rappen in meinem Namen (ich kenne ihre Adresse nicht) vielleicht kann sie mir auch irgendwie helfen. Vielleicht kann man, wenn direkt nicht möglich, über Mutti Pakete für mich schicken und sie könnte sie mir herbefördern.
Über all dem Unglück habe ich vergessen mich vor allem nach Euren Befinden zu erkundigen, seid Ihr alle gesund. Wie lebt Ihr, was macht Robyka. Wir sprechen täglich von Euch. Nochmals helfet ehestens, besten Dank schon heute und tausend Küsse, 
Eure Herbstes

Liebste Trudl u. Zoli!
Bitte einen Zettel zu senden ob und wieviel Geld der Übersender von Euch für uns erhielt, weiters bitte uns mitzuteilen ob er und wie hoch er für den Dienst durch Euch entlohnt wurde damit wir nicht doppelt das Agis bezahlen. Gott bezahle Euch für Eure Güte, wenn Ihr uns helfen werdet! Wir können nicht mehr weiter. Wenn wir leben werden, werden wir es Euch tausendmal vergelten.
Mit vielen Küssen, Euer

Felek

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